Der längste Tag des Jahres aus Sicht eines Fans

26. Juli 2008

„Morgens in aller Frühe aufstehen, der Kreislauf kommt nur langsam in Gang. Ist halt nicht die gewohnte Zeit. Frühstücken und los geht’s. Nach einiger Fahrt am Langener Waldsee angekommen geht die Suche nach dem idealen Platz zum Fotografieren los. Überall stehen dann doch einige Köpfe davor, ich bin halt nicht alleine. Fazit, zu spät losgefahren. Dann beginnt auch schon die Achterbahn der Gefühle. Ansprache von den Herren XY, Nationalhymne der Startschuss und das Feuerwerk auf der gegenüberliegenden Seite. Das geht an die Nieren. Man weis ja nicht, was da noch so alles in den nächsten Stunden kommt. Nach einiger Zeit des Wartens kommen auch schon die Ersten in Sicht. Jetzt der Blick zur Uhr noch 10 Min. dann müsste er da sein. Diese Minuten werden zu gefühlten Stunden. Und dann endlich er kommt aus dem Wasser. Super, er sieht gut auch, überholt sogar noch einige Teilnehmer. Na, hoffentlich will er nicht zuviel, der Tag ist noch lang. Aber bis dahin scheint sich das Kampfschwimmen in Grenzen zu halten. Und dann wieder warten warten warten. Nach einiger Zeit geht das Räderwerk im Kopf los, wenn ich jetzt nicht gehe und zur nächsten vereinbarten Station fahre, hab ich vielleicht schlechte Karten um ihn beim Radfahren zu sehen. Aber da sind immer wieder die Gedanken, hab ich ihn nur nicht aus dem Wasser kommen sehen oder ist doch noch was passiert. Ist mir noch nie passiert, dass ich einen Wechsel verpasst habe. Aber so ist das halt. An einem Tag wie diesem gehen die Uhren einfach anders, alles ist anders. Aber zurück zur Radstrecke, da vorne ein schwarzes Rad, ist er das? Nein, noch nicht oder ist er schon durch? Nein, kann nicht sein, er kommt noch. Und da, endlich, schon ist er auch wieder vorbei., Er sieht noch immer gut aus, entspannte Gesichtszüge, zum Glück. Jetzt geht der treue Fan zum nächsten vereinbarten Punkt um seine versprochenen Handreichungen in Angriff zu nehmen. 50m hinter der Verpflegungsstation positionieren. Das folgende Warten will ich mir verkürze indem ich mich mal ausstrecke. Aber da kommt auch schon der versprochene Anruf von Vereinsmitgliedern. Wo bist du denn wir sind an unserem Verpflegungsstand, komm doch mal rüber, es ist doch noch Zeit. Ich freue mich, packe meine sieben Sachen zusammen und gehe zum Vereinsstand. Ein freundliches hallo und Austausch der Informationen wie alles so bisher gelaufen ist. Dann wieder warten warten warten. Es gehen alle Eventualitäten durch den Kopf. Hoffentlich klappt alles. Auf einmal dämmert mir was, das wir vergessen haben, nämlich einen Treffpunkt nach dem Wettkampf zu vereinbaren. Schöne Bescherung! Na ja, das werden wir auch noch geregelt kriegen. Über der ganzen Grüblerei kommen auch schon die ersten Läufer. Na, lange kann’s nicht mehr dauern. Kurz ein Tschüss an die Freunde, dann geht der Weg wieder zurück auf die andere Mainseite, in die Nähe der Verpflegungsstation. Mit verschiedenen Fläschchen und Beutelchen bewaffnet in Position stellen, hoffentlich sehen mich die Beiden auch stehen, denn ab jetzt warten zwei auf Ihre Extras. Und da, beide kommen in kurzen Zeitabständen angelaufen, sehen mich, nehmen ihre Getränke und sind auch schon wieder weg. Auf geht’s zur nächsten Runde. Wieder warten. Nachdem die 4 Runden gelaufen waren, meine Zusatzverpflegung verteilt war lief ich Richtung Römer, wo sich der Zieleinlauf befindet. Leider konnte ich den Zieleinlauf nicht miterleben.
Welche Menschenmengen auf den Tribünen und in allen Gassen, wie soll ich da jemanden finden. Auf meinen Ironman werde ich noch etwas warten müssen, erst sind medizinische Versorgung, Dusche, Massage usw. angesagt. So habe ich etwas Zeit mir ein Plätzchen zu suchen von dem aus ich einen schönen Überblick auf den Ausgang des Verpflegungszeltes habe an dem ich beobachten kann wer da so alles raus kommt. Es ist schön zu sehen wie unterschiedlich die Athleten raus kommen. Einige sind einfach nur fertig, andere laufen bald über vor Freude über das Erreichte wieder andere scheinen noch gar nicht zu begreifen, dass das Ziel erreicht ist. Nach einem kurzen Anruf und der Ansage wo wir uns treffen ist mein Ironman auch schon in sichtweite. Glücklich, dass alles gut überstanden ist, erleichtert darüber, dass kein Unfall passierte und zufrieden alle erhofften Zeiten erreicht zu haben gehen wir gemeinsam erstmal Richtung Parkplatz. Später müssen noch die Räder und Kleiderbeutel aus der Wechselzone geholt werden. Einen kurzen Abstecher nochmals zum Römer um den noch ankommenden Läufern zu zujubeln. Dann wird der gemeinsame Heimweg angetreten.
Insgesamt ein sehr bewegender Tag aus Sicht eines Fan’s.“

…VIELEN DANK für die tolle Unterstützung…

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